Archiv


Gründung

Das Archiv als eine Abteilung der Israelitischen Kultusgemeinde wurde auf Beschluss des Vorstandes 2005 gegründet. Davor lagen die Mappen und Ordner mit verschiedenen Unterlagen, Bücher, Photos und andere Sachen in einem Kellerraum teilweise in Kartons, teilweise einfach auf dem Boden. Es gab keine Aufstellung der Unterlagen, darüber hinaus war sogar nicht bekannt, wie viele Ordner und Mappen da liegen. Als erster übernahm die Leitung des Archivs Wladimir Rasumnij, der Autor der Beiträge „Drei jüdische Gemeinden Augsburgs“. An die Arbeit waren die Freiwilligen herangezogen, die bei der Ordnung der Archivunterlagen helfen wollten.
Der Hauptinhalt des Archivs sind Personalakten, zahlreiche Dokumente, Briefwechsel mit Gemeindemitgliedern und unterschiedlichen Behörden, sowie Bücher und Zeitschriften. Ein Teil der letzten ist das Erbe der Gemeinde, die vor dem Krieg in Augsburg existierte. Die meiste Dokumente beziehen sich auf die Nachkriegsperiode. Der Grund dazu ist, dass die Nazis alle Unterlagen der Vorkriegsgemeinde im Frühling 1945 ausgesondert haben.
Eines der ersten Dokumente der neu gegründeten Gemeinde nach der Vertreibung der Nazis aus der Stadt ist Protokoll der ersten Mitgliederversammlung, auf der Leo Gutmann, Hugo Schwarz und Ludwig Dreifus in den Vorstand gewählt wurden. Ludwig Dreifus wurde später zum Oberbürgermeister der Stadt ernannt.
Die Anfragen kommen in unser Archiv von Privatpersonen, Museen, Gerichtsbehörden. Bis heute bekommen wir Anfragen, die mit dem Erbe der Menschen verbunden sind, die während der Nazi-Zeit ums Leben gekommen oder Nazi-Opfer sind. Deswegen ist es wirklich schade, dass unser Archiv über die Dokumente der Vorkriegsgemeinde nicht verfügt.
Viele interessieren sich für den Ort und Zustand der Gräber von Verwandten. Die Briefe solcher Art bekommt die Gemeinde im Laufe ihres ganzen Bestehens, besonders von denen, die durch die Schicksals Fügung die Heimat verlassen und neu anfangen sollten. So sind die Menschen auf der Welt zerstreut: USA, England, Israel, Südafrika, Lateinamerika, China usw.

Aufgaben

Die erste und wichtigste Aufgabe der Archivmitarbeiter ist die Bestandaufnahme der vorhandenen  und Aufbewahrung der veraltenden Unterlagen. Die Bestandaufnahme wird gleichzeitig mit der Bildung der Datenbank durchgeführt. Zuerst war es nötig, die ganzen vorhandenen Informationen zu klassifizieren und die Ordnung der Arbeit mit Archivunterlagen auszuarbeiten. Bis heute ist das Hauptproblem, dass Hunderttausende Dokumente in den Archivregalen aufbewahrt werden, die im Laufe von 50 Jahren des Bestehens der Nachkriegsgemeinde gesammelt worden sind. So einen großen Umfang der Informationen zu bearbeiten fordert eine große Zahl der Gemeindemitglieder, die bei der Bildung der Datenbank helfen können. Das sind entweder Ehrenamtliche oder die sog. „Ein-Euro-Jobber“. Trotzdem brauchen wir noch viel Zeit, um die Bildung der Datenbank zu vollenden.

Die nächste Aufgabe ist die Ausarbeitung eines eigenen Programms für die Datenbank, um die Informationen einzugeben, speichern und suchen. Für besonders wichtig halten wir dabei die Möglichkeit zu schaffen, jede Information, die in der Datenbank gespeichert ist, schnell zu finden, weil es eine der Aufgaben eines Archivs ist, den schnellen Zugang zu Informationen zu gewährleisten.

Technische Gestaltung des Archivs

In den ersten Jahren des Bestehens des Archivs hatten wir nur einen Computer, es gab auch keinen Internetanschluss. Zurzeit verfügt das Archiv über 3 Computer, die miteinander und anderen Computern der Gemeinde verbunden sind. Das Internet hilft auch wesentlich bei der Bildung der Datenbank.

Computerprogramm „Archiv“

Jeder Archivmitarbeiter hat seinen Benutzernamen und sein Passwort, um seine Aufgaben im Archiv zu erfüllen. Zur Datenbank kann jede Person auf Genehmigung des Gemeindevorstandes zugelassen werden, indem sie im Programm als „Gast“ registriert wird und das Recht nur auf die Suche nach bestimmten Informationen hat.

Die Suche läuft so wie im Internet: man muss nur eine Anfrage richtig formulieren, das können ein Datum, ein Name oder ein Schlagwort sein. Wichtig ist es natürlich, dass der Mensch den Termin richtig eingibt, damit das Programm sämtliche Dokumente zu diesem Thema finden könnte.

Zukunftspläne

Als Perspektiven sehen wir die weitere Arbeit an der Bildung der Datenbank, darunter auch an der vollen Liste der Gemeindemitglieder der Nachkriegsperiode.

Darüber hinaus haben wir vor, die Lebensläufe der ersten Nachkriegsgemeindemitglieder zu schreiben und die Beziehungen der Gemeinde mit den Stadtbehörden in den ersten Nachkriegsjahren zu beschreiben.

Sprechzeiten: Mo-Do: 11:00 – 13:00 Uhr und 14:00 – 16:00 Uhr

Kontakt:

Ansprechpartner: V.Shaykhit, W. Kowalewski, A.Asnis

Telefon: 0821-509 93 200