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Seniorenbeirat der Stadt Augsburg zu Besuch


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Die in Augsburg und Umgebung lebenden älteren Menschen mit Migrationshintergrund leben teilweise in Isolation, d.h. ohne bedeutenden Kontakt zu ihrer Umwelt außerhalb der Familie. Die  Annäherung an die deutsche Bevölkerung erscheint ihnen mit Hindernissen, die durch Sprache, Kultur und Lebensweise verbunden sind.

Wie weit sind ältere jüdische Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion von einer gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben entfernt und was sind die Gründe für bestehende Integrationsmängel? Über diese Themen sowie über positive Beispiele für gelungene Integration der älteren jüdischen Migranten redeten wir mit den Mitgliedern des Seniorenbeirats der Stadt Augsburg, der mit 23 Personen am 21.07.10 bei uns zu Gast war.

Die Mitglieder des Seniorenbeirats der Stadt Augsburg: Frau Sattler, Herr Sassonko, Frau Jehle

Der Seniorenbeirat wurde 1987 vom Augsburger Stadtrat als eine Seniorenvertretung errichtet. Diese hat die Aufgabe, die Interessen der älteren Mitbürger Augsburgs in allen seniorenspezifischen Angelegenheiten gegenüber dem Stadtrat, der Stadtverwaltung und der gesamten Öffentlichkeit zu vertreten. Sie ist ein von den Bürgern ab 60 Jahre demokratisch gewähltes parteipolitisch und konfessionell unabhängiges Gremium. Die Seniorenvertretung besteht aus der Delegiertenversammlung und dem Seniorenbeirat. Sie setzt sich aus Vertretern aller Verbände und Gruppen zusammen, die aktive Seniorenarbeit leisten sowie aus Vertretern der Stadtratsfraktionen und Stadtverwaltung. Mitglieder des Seniorenbeirats führen Gespräche mit Vorsitzenden der Parteien, Sozialverbänden, Gewerkschaften und kirchlichen Organisationen. Sie beschäftigen sich mit aktuellen Problemen in der Stadt, machen Vorschläge zur Sozial- u. Verkehrsplanung sowie zur Kultur- u. Öffentlichkeitsarbeit, sorgen für die Behinderten-, seniorengerechte und familienfreundliche Stadtgestaltung, altersgerechte Wohnungen, Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), Zonengeschwindigkeitsbeschränkungen in Wohngebieten, besondere Belange älterer Mitbürger z.B. für behindertengerechte Gehwege und Übergänge, Zugänge zu Geschäften, Behörden und behindertengerechte öffentliche WC-Anlage im Stadtgebiet, kümmern sich darum, dass die Haltestellen der ÖPNV in der Nähe von Ärztehäusern sind und vieles mehr.

Herr Razoumnyi, Vorstandsmitglied der IKG Schwaben-Augsburg mit Frau Ederer und Frau Jehle

In den 12 Fachberatungsstellen, die sich in verschiedenen Stadtteilen Augsburgs befinden und in diverse Sozialzentren oder Sozialstationen eingebunden sind, wird eine kostenlose allgemeine soziale Beratung für hilfebedürftige Senioren/innen angeboten. Die Beratungsstellen werden von der Stadt mit 520.000 Euro jährlich gesichert. Ihre Aufgabe ist es, Senioren/innen zu beraten und Hilfen zu vermitteln. Auf Wunsch machen die Fachberater/innen auch Hausbesuche.

Jede(r) ältere Mitbürgerin oder Mitbürger kann sich mündlich oder schriftlich an den Seniorenbeirat oder an seine Mitglieder mit seinen/ihren Sorgen, Wünschen oder Anregungen wenden.

Durch eine 50-minutige überzeugende PowerPoint Präsentation (A. Korolev) konnten die Gäste einen kurzen Überblick über das vielfältige Gemeindeleben und unsere Aktivitäten sowie über einige Problembereiche bekommen. Da der Seniorenbeirat zum ersten Mal bei der IKG Schwaben-Augsburg zu Besuch war, folgte anschließend noch einen Dialog über das heutige jüdische Leben in Deutschland im Allgemeinen, der jedoch nicht einen konfrontierenden, sondern einen höflichen und aufrichtigen Charakter hatte. Es wurden viele Fragen von den Mitgliedern gestellt und auch beantwortet. Der nächste Höhepunkt war der Empfang unserer Gäste im Kultur- und Bildungszentrum „Wunderkind“, wo die Leiterin des Zentrums Frau Olga Mozhova die Ziele, Aufgaben und Angebote des Zentrums kurz erläuterte. Gleich nach dem Besuch des Zentrums wurden die Gäste zu einer kleinen Tour durch die Synagoge eingeladen.

Der Vorstandsmitglied Herr Razoumnyi erzählte von der Geschichte der Juden in Augsburg und Schwaben – vom Mittelalter bis heute, zeigte den Gästen alle Einzelheiten der Innenausstattung der Synagoge sowie die 27 Meter hohe Kuppel mit ihren orientalisch anmutigen Ornamenten, die den Besucher verzauberten und in eine andere Welt entrückten.

Im Anschluss an die Tour trafen wir uns zum gemütlichen Beisammensein im Festsaal der Synagoge und unterhielten uns bei Kaffee und Kuchen noch eine gute Stunde lang sowohl untereinander als auch einzeln mit den Mitgliedern des Seniorenbeirats. Man verständigte sich darüber, den Kontakt in Zukunft weiter auszubauen und zu intensivieren.

Ein letzter Höhepunkt bei diesem Besuch war jedoch sicherlich eine Filmvorführung über Israel im unseren Kinoklub.

Alexander Korolev
Integrationsbüro