Am 05.11.2018 fand in der Gemeinde zum ersten Mal eine städtische Veranstaltung für ältere Migrantinnen und Migranten ab 60 Jahren aus dem Raum Augsburg und Schwaben statt. Die Veranstaltung verlief unter dem Motto „Auch Migranten werden alt“ und unter der Schirmherrschaft des Integrationsbeirats der Stadt Augsburg sowie der IKG Schwaben – Augsburg.

Augsburg bezeichnet eine prozentuelle Steigerung der Anzahl der SeniorInnen mit Migrationshintergrund in der gesamten Zahl der Senioren. Laut Statistik lebten in Augsburg Anfang 2016 56300 Rentner und Rentnerinnen im Alter ab 65 Jahren; 36,2% (20380 Personen) davon hatten einen Migrationshintergrund. Die Anzahl der Senioren in unserer Gemeinde beträgt 57% (Stand 01.06.18). Das sind 4% mehr als in 2013 und 33% mehr in 2000.

Ältere BürgerInnen mit Migrationsgeschichte sind die sensibelste Kategorie der Bevölkerung, deswegen war das Ziel der Veranstaltung, die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, welche Probleme diese Personengruppe hat, insbesondere diejenigen, die alleinstehend, bedürftig oder körperlich beeinträchtigt sind. Weitere Ziele waren, einen Dialog zwischen den sozialen Institutionen und den älteren MigrantInnen herzustellen sowie die Gesellschaft über die individuellen und soziallen Bedürfnisse der Letzteren zu informieren. Des Weiteren boten die Organisatoren den SeniorInnen die Möglichkeit an, wichtige Tipps „aus erster Hand“ zu erhalten, wie zum Beispiel, die Nutzung des breiten Dienstleistungsangebotes vieler Institutionen in vielen Lebensbereichen.

Die BesucherInnen der Veranstaltung konnten sich genau über die Arbeit der städtischen sozialen Einrichtungen informieren, die sozial-alltägliche, medizinische, materielle u.a. Hilfe gewährleisten. Einige konkrete Beispiele hierfür sind: Pflege im häuslichen Rahmen durch die Angehörigen sowie Finanzierung der Pflege bei Demenz oder auch soziale Projekte und Programme zur Unterstützung derjenigen, die ihre Nächsten selbst pflegen. Den älteren Personen mit Hör- und/oder Sehproblemen konnten an diesem Tag kostenlos einen fachmännischen Hör- und Sehtest machen.

Außer unserer Gemeinde waren an der Veranstaltung tatkräftig beteiligt:

Fachberatungsstelle für Senioren des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche Augsburg e.V.; Fachberatungsstelle für Senioren des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg; Arbeitswohlfahrt Augsburg (Zuständigkeit für 12 Stadtteile); ina – Interkulturelles Netzwerk Altenhilfe Augsburg; Amt für Soziale Leistungen, Senioren und Menschen mit Behinderung (Abteilungen: Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung; Hilfe zum Lebensunterhalt; Wohngeld; Miet- und Lastenzuschüsse; Fachstelle für Seniorenarbeit, Beratung zur Wohnraumanpassung); Seniorenbeirat der Stadt Augsburg; Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung Schwaben; Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle der Kriminalpolizeiinspektion Augsburg; Pflegeberatung der AOK Bayern; KompetenzNetz Demenz; Integrationsbeirat der Stadt Augsburg; Optik Seufert, Dipl. Ing. (FH) für Augenoptik Andreas Veh; iffland hören GmbH & Co. KG in Augsburg, Fachgeschäft für Hörgeräte, Marion Langer mit dem HörakustikerInnen-Team

Interessante, informative Vorträge und Referate fanden zu nachstehenden Themen statt:

„Clever im Alter, Betrug und Trickdiebstahl“, Barbara Macheiner, Kriminalhauptkommissarin, Kriminalpolizeiinspektion Augsburg: Informationen über die gängigsten Tricks und Betrugsfälle den älteren Menschen gegenüber; Ratschläge und Vorsichtsmaßnahmen zum eigenen Schutz

„Fachberatung für Senioren mit Migrationshintergrund stellt sich vor. Mehrsprachige Beratungsmöglichkeiten für Migranten/innen in Augsburg“, Eckard Rasehorn, Geschäftsführer der AWO Augsburg, Referentinnen: Sarah Nimet, Soziale Fachberatung für Senioren mit Migrationshintergrund – Islamischer Kulturkreis; Valeria Jeloucan, Soziale Fachberatung für Senioren mit Migrationshintergrund – Osteuropäischer Kulturkreis; Christine Miehling, Seniorenfachberatung Göggingen, Bergheim und Inningen. Vorgestellt wurden zwölf Beratungsstellen in Augsburg für Senioren und ihre Angehörigen sowie das vielseitige Dienstleistungsangebot der Fachberatungsstelle

„Leben mit Demenz – wie meistert man den Alltag“, Claudia Zerbe, Leiterin des Beratungsnetzes „KompetenzNetz Demenz“, SIC. Gründe, Diagnostik, Formen der Krankheit, Prävention und Behandlung

Die Messe wurde musikalisch vom Chor „HATIKVA“, Leitung Iryna Fandralyuk, von der Tanzgruppe „Sitztanz“, Leitung Evgeniya Schulmann und der Tanzgruppe „Jad Bejad“, Leitung Iryna Hyseynova umrahmt.

Viele Besucher lobten den Inhalt des Infotages und blieben äußerst zufrieden. Die Veranstaltung war effektiv, informativ und half beiden Seiten, den Ausstellern und den Besuchern, direkte Kontakte zu knüpfen sowie eine Basis für gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Der Tag verlief sehr positiv: Viele Ratschläge zu aktuellen Themen in vielen Lebensbereichen werden den Teilnehmern zukünftig praktische Hilfe leisten.

Im Namen der Organisatoren dieser Veranstaltung möchte ich meine tiefe Dankbarkeit allen Teilnehmern, Referenten und ehrenamtlichen Helfern für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung zum Ausdruck bringen. Mein herzlicher Dank gilt dem Vorstand und den Mitarbeitern der IKG.

i.A. vom Organisationsteam
Alexander Korolev
Mitglied des Integrationsbeirats der Stadt Augsburg